Aufruf an die freiheitsliebenden Menschen der Welt:
Unterstützt den Kampf der iranischen Bevölkerung mit der Losung
"Sofortige Einstellung der militärischen Drohung gegen Iran und Ausschluss
der Islamischen Republik aus der internationalen Gemeinschaft"
Die zwei Seiten dessen, was als iranische Nuklearkrise bezeichnet wird sind die
westlichen Staaten und die Islamische Republik. Keine dieser beiden Seiten vertritt
die Forderungen und Interessen der Bevölkerung.
Die westlichen Staaten und die Mitglieder des Sicherheitsrats, die selbst im Besitz
der größten Atomarwaffenarsenale der Welt - und besonders die US-Regierung,
die als Erste Atomwaffen hergestellt und als einzige Macht die Atombombe gegen
Hunderttausende unschuldiger Menschen eingesetzt und den Einsatz von Atomwaffen
auch auf taktische Waffen ausgeweitet hat - sind keine geeigneten Schiedsrichter
darüber ob andere Staaten Atomrüstung haben dürfen oder nicht.
Nur solche Kräfte sind berechtigt und in der Lage gegen die atomaren Intentionen
der Islamischen Republik oder jeder anderen Regierung aufzutreten, die die atomare
Entwaffnung aller Staaten der Welt fordern. Der Kampf gegen Atomwaffen muss auf
alle Länder, die Atomwaffen besitzen gerichtet sein, also auch die USA und
die anderen Sicherheitsratsmitglieder.
Auf der anderen Seite dieses Konflikts steht die Islamische Republik. Sie ist
eine der barbarischsten und menschenfeindlichsten theokratischen Diktaturen der
Gegenwart. Hinrichtungen, Einkerkerungen, Steinigungen, Auspeitschungen, Folter,
Entrechtung und Erniedrigung der Bevölkerung, insbesondere der Frauen, und
Massaker an Zehntausenden politischen Gefangenen, all dies ist ein Teil der Verbrechen
des islamischen Regimes seit 27 Jahren.
Diese beiden Pole stehen sich heute gegenüber. Aber der Hauptgrund für
die Gegnerschaft der westlichen Staaten zur Islamischen Republik sind niemals
die Verbrechen dieses Regimes gegen die Bevölkerung im Iran. Das Grundproblem
der westlichen Staaten mit dem iranischen Regime sind die Störungen, die
der politische Islam und speziell die Islamische Republik für die Politik
der USA im Mittleren Osten und der ganzen Welt verursachen. In diesem Rahmen gibt
es keine Lösung für die Problemfälle Islamische Republik, atomare
Krise und islamischer Terrorismus. Im Gegenteil. Die militaristische Politik des
Westens bereitet den Boden für Wachstum und Ausbreitung des islamischen Terrorismus
und verstärkt ihn politisch und gesellschaftlich. Das katastrophale Ergebnis
einer solchen Politik liegt z. Z. im Irak offen vor den Augen der Welt. Der staatliche
Militarismus des Westens und der islamische Terrorismus sind zwei reaktionäre
Kräfte, die sich gegenseitig hochschaukeln und als Begründung dienen
und ihre barbarischen und menschenverachtenden Taten als Ausweg aus der Bestialität
der jeweils anderen Seite rechtfertigen, während ihr Konflikt auf übelste
Weise unter der Bevölkerung der Welt Opfer fordert
Die zivilisierte Menschheit hat gegen diese beiden Polen der Barbarei ihre eigene
Lösung. Grundlage dieser Lösung ist der unbeirrte Kampf gegen die militaristische
und reaktionäre Politik der US Administration und ihrer europäischen
Verbündeten und die gleichzeitige Bekämpfung des politischen Islam und
das Eintreten für den Säkularismus und die Trennung von Staat und Religion
in den islamgeschädigten Gesellschaften.
Ein wichtiger Bestandteil dieser humanitären Lösung ist es, den postmodernistischen
Ideen entgegenzutreten, die unter dem Titel der Achtung der Kultur von Anderen
die Augen vor den Verbrechen der Islamisten und des islamischen Regimes im Iran
verschließen.
Soweit es die Atomrüstung der Islamischen Republik betrifft, liegt die Lösung
dieser Frage in den Händen der iranischen Bevölkerung. Bei der Bevölkerung
im Iran ist die Islamische Republik verhasst und die Menschen kämpfen seit
Langem für ihre Grundrechte und wollen den Sturz dieses Regimes. Der Sturz
der Islamischen Republik wird nicht nur zur Befreiung der 70 Millionen Bevölkerung
des Iran von der islamischen Hölle führen, die seit 27 Jahren ihr Leben
erdrückt, sondern er wird auch ein wirksamer Schlag gegen den islamischen
Terrorismus sein. Und er wird der Gefahr der atomaren Rüstung der Islamischen
Republik ein Ende setzen. Es gibt keinen anderen Lösungsweg. Die Alternativen
der westlichen Staaten, Militärschlag oder Wirtschaftsboykott gegen den Iran,
sind keine Lösungen sondern Teil des Problems. Auch dem Wirtschaftsboykott
wird wie dem militärische Angriff einerseits die iranische Bevölkerung
zum Opfer fallen, deren Leben dadurch, ähnlich Irak, zur Hölle gemacht
wird. Andererseits wird dadurch dem Regime neue Munition dafür geliefert,
sich als Opfer darzustellen und die schon jetzt fast die gesamte Gesellschaft
beherrschende Armut und Rechtlosigkeit damit zu rechtfertigen.
Die iranische Bevölkerung will die sofortige Einstellung der militärischen
Drohung der USA und der westlichen Staaten gegen den Iran, und sie befindet sich
zugleich in einem gnadenlosen Kampf für den Sturz der Islamischen Republik.
Die Islamische Republik ist bei der iranischen Bevölkerung verhasst und sie
vertritt keinen Teil der iranischen Gesellschaft. Die Forderung der iranischen
Bevölkerung ist die Nicht-Anerkennung durch die Staaten und internationale
Institutionen.
Konkrete Forderung der Menschen im Iran ist der Ausschluss der Islamischen Republik
aus den internationalen Organisationen, Abbruch diplomatischer Beziehungen zur
Islamischen Republik und die Schließung ihrer diplomatischen Vertretungen
in den verschiedenen Ländern. Die Botschaft der iranischen Bevölkerung
ist dies: Statt Militärangriff und Wirtschaftsboykott die Islamische Republik
aus der Weltgemeinschaft hinauswerfen!
Wir rufen alle freiheitsliebenden Menschen der Welt, humanitäre und fortschrittliche
Kräfte, Persönlichkeiten und Parteien sowie alle Kräfte, die die
Welt vom Alptraum der Atomwaffen, des islamischen Terrorismus und des Staatsterrorismus
der USA befreit sehen wollen auf, die Kämpfe der iranischen Bevölkerung
mit der Losung zu unterstützen: "Sofortiger Stop der militärischen
Drohung gegen den Iran. Nicht-Anerkennung der Islamischen Republik als Vertreterin
der iranischen Bevölkerung!"
Hamid Taqvaie,
Sekretär des ZK der Arbeiterkommunistischen Partei Irans
17. Februar 2006